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Ernährung & Gesundheit

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Oxidativer Stress (Teil 3)

1. April 2018

Ein Charakteristikum von freien Radikalen ist deren hohe Reaktionsfähigkeit, die jedoch zwischen den verschiedenen Radikalspezies starkvariiert.

Während das Tocopherolradikal (Vitamin E) relativ stabil ist, hat das Hydroxylradikal eine Lebensdauer von weniger als 1μsec und führt damit in der unmittelbaren Umgebung des Entstehungsortes zu Folgereaktionen.

Hauptangriffsort aller ROS sind die in Lipide integrierten mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Da mehrfach ungesättigte Fettsäuren zB in Lipiddoppelschichten von Membranen eng gepackt liegen, ruft jedes Radikal zwangsläufig eine Kettenreaktion hervor; Veränderungen der Membranstruktur sind wahrscheinlich.

Weitere Angriffspunkte von freien Radikalen bilden Proteine und DNA.

Aus H2O2 können mittels proteingebundenem Fe2+ ROS entstehen (Fenton Reaktion), die mit Aminosäureestern reagieren können.

Die Bildung freierer Radikale im Organismus muss als normal und durch einen gesunden Organismus beherrschbar angesehen werden.

Eine gezielte Produktion freier Radikale findet in Leukozyten und Makrophagen statt, die sich deren bakterizide Wirkung zur Zerstörung von Bakterien zu Nutze machen.

Dieses besteht im Wesentlichen aus drei Enzymsystemen:

Superoxid kann durch Superdioxiddismutase (SOD) rasch zu H2O2 dismutieren.

H2O2 kann auf zwei Wegen entgiftet werden: Durch die Katalase zu Wasser und Sauerstoff sowie durch die Selen-abhängige Glutathionperoxidase zu Wasser.

Bei letzterer Reaktion wird das reduzierte Glutathion in die oxidierte Form überführt.

Exogene Antioxidantien sind Substanzen, die in der Regel nur mit der Nahrung zugeführt werden und als solche antioxidativ wirksam werden.

Klassische exogene Substanzen in diesem Sinne sind die Vitamine E und C sowie die Caratinoide. Antioxidativ wirksam, aber selber keine Antioxidantzien sind Elemente wie Selen, Mangan oder Magnesium. Sie sind zwar Bestandteile endogener Abwehrmechanismen, werden dabei aber selbst nicht verändert.

Oxidative Prozesse laufen in verschiedenen Kompartimenten der Zelle ab, so dass Antioxidanzien unterschiedliche chemische Eigenschaften aufweisen müssen. Wichtiges lipidlösliches Antioxidans ist Vitamin E.

Die Struktur der Tocopherole prädestiniert durch ihre lange Seitenkette für den Einbau in biologische Membranen.

Allerdings sind hier nur ca. 0,5-3 Moleküle Tocoperol auf 1000 ungesättigte Fettsäuren vertreten, so dass der Regeneration des Tocopherolradikals große Bedeutung zukommt. Tocopherole bewirken in der Membran durch Kettenabbruch bzw. Quenchen von Singulettsauerstoff eine Begrenzung der Lipidperoxidation.

Caratinoide können Singulettsauerstoff der zB aus UV Licht entsteht, quenchen und die Energie als Wärme ableiten.

Bei niedrigem Sauerstoffangebot scheinen Carotinoide auch die Lipidperoxidation zu hemmen.

Die wichtigste Aufgabe der Ascorbinsäure besteht in der Regeneration des Vitamin E Radikals.

Sie stellt das Bindeglied zwischen den in der Lipidschicht vorliegenden Tocopherolradikalen und einem komplexen Regenerationssystem im wässrigen Milieu dar.

 

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Oxidativer Stress (Teil 2)

10. März 2018

Unter physiologischen Bedingungen werden ROS (=reaktive Sauerstoffspezies) vom antioxidativen Verteidigungssystem des Körpers schnell unschädlich gemacht.

Oxidantien und Antioxidantien befinden sich im Gleichgewicht.

Erst bei einer Verschiebung dieses Gleichgewichtes zu Gunsten der Oxidantien durch Auslöser zellulären Stresses entsteht oxidativer Stress.

Solche Auslöser können endogen sein wie Entzündungen, Infektionen, Bluthochdruck und Diabetes oder exogen (außerhalb des Organismus entstehend) wie z.B. chemische Belastungen durch Umweltgifte, Schwermetalle, Zigarettenrauch, Mykotoxine, bestimmte Medikamente Ozon, UV- und ionisierende Strahlung physischer und psychischer Stress, z.B. Leistungssport

Zu den ROS zählen freie Radikale wie Hyperoxid (veraltet: Superoxid) und NO, aber auch nichtradikalische Verbindungen wie das durch Reaktion von Hyperoxid mit NO entstehende hochtoxische Peroxynitrit. NO und Peroxynitrit werden teilweise in der Literatur als reaktive Stickstoffspezies (RNS) bezeichnet.

Eine wichtige Rolle spielen hierbei NO und Peroxinitrit und damit die Sonderform nitrosativer Stress des oxidativen Stresses.

Die Mitochondrien sind besonders gefährdet durch Schädigungen, da ihr Erbgut nicht über Reparatursysteme verfügt. Es kommt langfristig zu einem Rückgang der zellulären Energieproduktion.

Die geschädigten Mitochondrien produzieren zudem vermehrt Sauerstoffradikale und können nicht mehr die nötige Energie für die Reparatursysteme der Zelle liefern.

Als Globaltest der Funktionsfähigkeit der antioxidativen Verteidigungssysteme bzw. des Reduktionsvermögens kann die Totale Antioxidative Kapazität (AOC) im Serum eingesetzt werden, zusammen mit den Markern für Lipid- und Nukleinsäureoxidation eignet sie sich als Screening auf oxidativen Stress.

Auch einzelne Antioxidantien und Faktoren des antioxidativen Verteidigungssystems lassen sich messen:

Superoxid-Dismutase (SOD) im EDTA-Blut

Gluthathion (GSH) im EDTA-Blut

Gluthathion-Peroxidase (GPX) im EDTA-Blut

Coenzym Q10 im Serum

Vitamin C und E im Serum

Kupfer, Zink, Eisen, Mangan und Selen (Kofaktoren der Enzyme des antioxidativen Verteidigungssystems)

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Oxidativer Stress (Teil 1)

3. März 2018

Als oxidativen Stress bezeichnet man eine Stoffwechsellage, bei der eine das physiologische Ausmaß überschreitende Menge reaktiver Sauerstoffverbindungen (ROS – reactive oxygen species) gebildet wird, bzw. vorhanden ist.

Diese reaktiven Sauerstoffverbindungen entstehen im Rahmen von Stoffwechselvorgängen der mitochondralen Elektronentransportkette (Atmungskette).

Dabei handelt es sich um das Superoxid-Anionenradikal O2, Wasserstoffperoxid (H2O2) und das Hydroxylradikal OH.

Normale Zellen im Organismus halten ihre Fähigkeit, reduzierende oder oxidierende Stoffe zu neutralisieren, indem sie oxidierende bzw. reduzierende Stoffe bevorraten.

Ein Ungleichgewicht zwischen diesen Pools, das die normale Reparatur- und Entgiftungsfunktion einer Zelle überfordert und folglich zu einer Schädigung aller zellulären und extrazellulären Makromoleküle führt, wird als oxidativer Stress bezeichnet.

Zu den Folgen des oxidativen Stresses gehören die Lipidperoxidation – die letztlich dazu führt, dass Zellen mehr Energie aufwenden müssen, um ihr Membranpotenzial zu stabilisieren, die Proteinoxidation und die Schädigung der DNA.

Diese drei Vorgänge werden mitverantwortlich für den Alterungsprozess und die Lebenserwartung gemacht.

Schutzmechanismen:

Zellen und Geweben stehen verschiedene Schutzmechanismen gegen oxidativen Stress zur Verfügung:

Antioxidatives Schutzsystem – enzymatische und nicht enzymatische Radikalfänger und Antioxidantien

Sekundärer Schutz – Reparaturmechanismen der DNA und geregelter Abbau von Proteinen (-turnover)

Die Atmungskette:

Die Atmungskette dient zur Energiegewinnung in unserem Körper. Sie bildet ATP als unsere Energiereserve.

Durch die Atmungskette werden freie Radikale gebildet, die bevorzugt zu einer Schädigung der mitochondrialen DNA (ursächlich ist die enge räumliche Beziehung) führen.

Die Nettoreaktion in der Atmungskette der Zellen ist die Reaktion von Sauerstoff mit Wasserstoffionen zu Wasser.

Reaktionen finden immer dann spontan statt, wenn die beteiligten Atome durch die Neuordnung eine Edelgaskonfiguration in ihrer Valenzschale erreichen.

Eine solche Konfiguration ist für Sauerstoff mit acht Elektronen und für Wasserstoff mit zwei Elektronen auf der äußeren Elektronenschale gegeben. Sauerstoffatome haben sechs und Wasserstoffatome ein Valenzelektron.

Gehen beide eine Verbindung zum Wasser miteinander ein, so ist für alle drei Atome die Edelgaskonfiguration erreicht.

Die bei diesem Vorgang, auch als „Knallgasreaktion“ bekannt, freiwerdende Energie ist netto der Energiebetrag, der dem Körper aus der Atmungskette heraus für andere Prozesse zur Verfügung steht. Ein Großteil des entstandenen Wassers wird später über die Harnwege ausgeschieden.

 

Trotz ausgiebiger Schutzmechanismen ist dieser Prozess in etwa zwei Prozent der Fälle fehlerhaft, dann nämlich, wenn sich nur ein Wasserstoffatom mit einem Sauerstoffatom verbindet.

Weil das Sauerstoffatom dann mit sieben Elektronen auf der äußeren Schale der Edelgaskonfiguration bereits nahe ist, strebt es als „freies Radikal“ danach, sich mit dem nächstbesten Atom zu verbinden.

 

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 6)

18. Februar 2018

Was versteht man unter basischer Ernährung?

Die Eignung als dauerhafte Ernährungsform ist umstritten.

Basische Ernährung ist eine Ernährungsform, die seit etwa 1913 in der Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin häufig als gesundheitsfördernd und heilend empfohlen wird.

Dabei werden Nahrungsmittel bevorzugt, die angeblich weniger säureproduzierende Anteile und mehr basisch wirkende Anteile enthalten. Auch der Zusatz sogenannter „Basenpulver“ in Form von Nahrungsergänzungsmitteln bedient dieses Konzept.

Ernährungswissenschaftler und die wissenschaftliche Medizin haben keine Hinweise gefunden, dass diese Ernährungsweise therapeutisch wirksam ist.

 

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 5)

28. Januar 2018

Welche Lebensmittel sind günstig bzw. ungünstig bezüglich Säure-Base-Haushalt?

Werte mit einem negativen Vorzeichen beim PRAL-Wert sind der Definition gemäß basenüberschüssig, da sie keine Säurebelastung hervorrufen, Werte mit positiven Vorzeichen sind säureüberschüssig.

Ausscheidungspflichtige Säuren entstehen beim Abbau schwefel- oder phosphorhaltiger Verbindungen. Schwefel findet sich besonders in schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystein, Methionin), wie sie in tierischen Proteinen wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten vorkommen. Phosphat ist z.B. in Erfrischungsgetränken („Softdrinks“) enthalten.

Physiologisch wird für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt eine tägliche Zufuhr von etwa 70% Basenbildnern und 30% Säurebildnern empfohlen. Bei der heutigen Ernährung entsteht jedoch oft ein Überschuss an Säuren.

Potente Säurebildner sind alle eiweißhaltigen Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch, Fleischwaren, Fisch, Eier, Käse und Molkereiprodukte.

Auch eiweißreiche Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs (z.B. Hülsenfrüchte und Sojaprodukte) sowie Brot- und Teigwaren, alle Getreidesorten und energiedichte, nährstoffarme Produkte mit hohem Anteil an raffiniertem Zucker sind starke Säurebildner. Kaffee, Schwarztee und Alkohol sind ungünstig, ebenso Emulgatoren, Stabilisatoren und Konservierungsmittel.

Zu den basenspendenden Nahrungsmitteln gehören Blatt- und Wurzelgemüse, Kartoffeln, Obst, Wildkräuter, Gewürzkräuter, Kräutertees und Wasser ohne Kohlensäure.

Wie schützt sich der Körper vor einer pH-Wert Änderung?

Damit Säuren im Körper nicht überhand nehmen, steht ein ausgeklügeltes Puffersystem zur Verfügung.

Mit verschiedenen chemischen Substanzen, u.a. durch das Kohlensäure-Bikarbonat-Puffersystem, wird eine zu große Verschiebung in den pH-Werten der extrazellulären Flüssigkeit verhindert. Daran sind das Atmungssystem und die Nieren beteiligt.

Was versteht man unter einem Puffer?

Pufferlösungen sind in der Lage, bei Zusatz kleiner Mengen von Säuren oder Basen ihren pH-Wert fast konstant zu halten.

Ein Puffer besteht aus einer schwachen Säure und der dazugehörigen Base. Er kann sowohl H+ als auch OHIonen binden bzw. abgeben, um das Verhältnis dieser Ionen relativ konstant zu halten.

Ein Puffer kann aus einer schwachen Säure und einem Salz oder schwachen Säure hergestellt werden.

Welche Puffersysteme hat unser Körper?

Der Bikarbonat Puffer: Der Bikarbonatpuffer ist das wichtigste Puffersystem des Blutes.

Der Bikarbonatpuffer stellt ein offenes Puffersystem dar, d.h. Basen können in Form von HCO3 direkt mit dem Urin ausgeschieden oder saure Protonen an Bikarbonat gebunden und dann in Form von CO2über die Lunge aus dem Körper abgeatmet werden.

Der Proteinatpuffer hat den zweitgrößten Anteil an Gesamtpufferkapazität des Bluts. Die folgenden Proteingruppen sind als Puffer wirksam:

Imidazolgruppe des Histidins

Sulfhydrylgruppe des Cysteins

Terminale Aminogruppen

Der Phosphatpuffer hat den geringsten Anteil im Puffersystem des Blutes.

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 4)

25. Januar 2018

Welche Maßnahmen ermöglichen die Ausschwemmung überschüssiger Säuren?

An erster Stelle steht die Ernährungsumstellung.

Nehmen Sie weniger säurebildende Nahrungsmittel und dafür mehr neutrale und basenbildende Lebensmittel zu sich.

Allerdings sollten Sie nicht ganz auf säurebildende Nahrung verzichten, da diese auch lebenswichtige Bestandteile, wie z.B. Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße, enthält. Wichtig ist ein Gleichgewicht. Dazu ein Beispiel: 200 g Rindfleisch liefern eine Säuremenge, für deren Ausgleich 400 g Karfiol oder 1,6 kg frische Erbsen notwendig sind.

Da es oft schwerfällt, eine ausgewogene Kost gemäß Säure-Basen-Haushalt kontinuierlich beizubehalten, ist es mitunter sinnvoll, Basenpräparate zu verwenden, vorzugsweise hochwertige Produkte aus der Apotheke.

Achten Sie beim Kauf auf eine hohe Säurebindungskapazität und eine ausgewogene Basenmischung.

Einen zusätzlichen positiven Nutzen liefern Präparate, die ein ideales Kalzium-Magnesium-Verhältnis aufweisen (3:1).

Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe sollten nicht enthalten sein. Achten Sie auf den Gehalt von Zucker, Laktose und Gluten; es gibt auch Produkte, die frei von diesen Stoffen sind.

Wie kann man einer Übersäuerung entgegenwirken?

Nahrungsumstellung: Nehmen Sie täglich so viel basische Lebensmittel zu sich, dass Sie den Säureanteil ausgleichen. Viel Bewegung: Bei Bewegung und Sport atmen wir tiefer und fördern so die Abatmung von Kohlendioxid.

Viel schwitzen, z.B. beim Sport, aber auch bei einem Saunagang, fördert die Säureausscheidung über die Haut.

Stress und Ärger vermeiden: Hohe Konzentrationen von Stresshormonen begünstigen die Übersäuerung.

Viel trinken: Flüssigkeit erleichtert die Säureausscheidung über die Nieren. Nur Wasser ohne Kohlensäure, Kräutertees oder stark verdünnte Fruchtsäfte sind zu empfehlen.

Was ist der PRAL-Wert?

Bei der Verstoffwechselung bestimmter Nahrungsmittel können saure oder basische Abbauprodukte entstehen, die das Basengleichgewicht stören.

Zur Erleichterung der Orientierung wurden für Nahrungsmittel sogenannte PRAL-Werte vergeben, die deren Effekt auf den Säure-Basen-Haushalt definieren.

Der PRAL-Wert steht für die „Potential renal acid load“, also potentielle Säurebelastung der Niere und wird in Milliäquivalent pro 100 g Lebensmittel (mEq/100 g) angegeben.

Danach werden Lebensmittel nach ihrer potenziellen Säurebelastung der Niere eingeteilt. Der Wert gibt also Aufschluss darüber, wie hoch die Säureausscheidung über die Niere beim Verzehr von 100 g eines Lebensmittels ist.

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 3)

20. Januar 2018

Welche Faktoren beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt?

Hauptursache für eine chronische Übersäuerung ist ein hoher Verzehr von säurebildenden Nahrungsmitteln und Getränken sowie eine verminderte Säureausscheidungskapazität.

Im Rahmen einer durchschnittlichen Ernährung wird der Organismus täglich mit einem Säureüberschuss von 50–100 mmol belastet.

Diäten und Fastenkuren können die Übersäuerung zusätzlich fördern, da unter Fastenbedingungen vermehrt auf Energiegewinnung aus Fettsäuren umgeschaltet wird, die mit einer vermehrten Bildung und Ausscheidung von Säureäquivalenten einhergeht.

Die Ernährung ist jedoch nicht der einzige chronische Stressor in der Regulation des Säure-Basen-Haushalts.

Auch mangelnde körperliche Aktivität, eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, Stress, Rauchen, und manche Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure) fördern die Übersäuerung.

Schließlich können auch chronische Erkrankungen der Lunge, Niere und der Verdauungsorgane die natürliche Ausscheidung überschüssiger Säuren behindern.

 Wie kann eine chronische Übersäuerung diagnostiziert werden?

Weil eine chronische Übersäuerung sich meist langsam und unbemerkt entwickelt und zunächst nur untypische Beschwerden hervorruft, lässt sie sich nur durch Messen des pH-Werts erkennen.

Bei schweren Entgleisungen im Rahmen von organischen Erkrankungen wird der pH-Wert des arteriellen Blutes gemessen.

Hierfür muss der Arzt die Arterie am Handgelenk oder in der Leiste mit einer feinen Nadel punktieren.

Im Labor wird eine Blutgasanalyse, im Fachjargon kurz „Astrup“ genannt, durchgeführt.

 Ist es sinnvoll den pH-Wert im Urin zu messen?

Oft wird der pH-Wert im Urin gemessen. Ein pH-Messstreifen gibt dabei rasch Auskunft darüber, ob der Urin basisch oder sauer ist. Ein Rückschluss auf den Säurewert des Blutes und darauf, ob ein Patient „übersäuert“ ist, ist damit jedoch nicht möglich.

Jede Messung ist nur eine Momentaufnahme. Es wird dabei lediglich ermittelt, wie viel saure Substanzen beim letzten Wasserlassen aus dem Körper gespült wurden.

Zudem ist der pH-Wert im Urin Tagesschwankungen unterworfen (pH 5,0 bis 8,0). Am Morgen, nach mehreren Stunden ohne Nahrungsaufnahme, liegt der pH-Wert meist bei rund 5,0 bis 6,0, also im leicht sauren Bereich.

 Auch die Ernährung beeinflusst den pH-Wert im Urin. Es lässt sich auch beweisen, dass vegetarische Ernährung tendenziell zu basischen, Fleischverzehr zu sauren pH-Werten führt.

Die wahrscheinlich wichtigste Frage für den Patienten kann der Test jedoch nicht beantworten: Verfügt der Körper (noch) über ausreichend Pufferkapazitäten, um einem Säureüberschuss vorzubeugen?

 

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 2)

13. Januar 2018

Was versteht man unter Alkalose und Azidose?

Störungen im Säure-Basen-Haushalt des Körpers führen zu Azidose (Übersäuerung) oder Alkalose (Untersäuerung) und können sich lebensbedrohlich auswirken.

Eine Alkalose liegt bei einem Blut-pH-Wert > 7,45 vor.

Eine Azidose liegt bei einem Blut-pH-Wert < 7,35 vor.

 

Was versteht man unter pH-Wert?

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung.

Der pH Wert ist ein Maß für die effektive H+ Ionenkonzentration.

Die pH-Skala reicht von 0-14 also von stark sauer bis stark basisch.

 

Der pH Wert des Blutes beträgt im Mittel ca. 7,4. Für den Organismus ist die Konstanthaltung des pH-Wertes besonders wichtig.

Bei größeren Abweichungen von der Norm kommt es zu Störungen des Stoffwechsels, der Durchlässigkeit von Membranen, der Elektrolytverteilungen u.v.a.

Blut-pH-Werte unter 7,0 und über 7,8 sind mit dem Leben nicht mehr vereinbar.

 

Führt eine chronische Übersäuerung zu Zivilisationskrankheiten?

Die Bedeutung der Ernährung für den menschlichen Säure-Basen-Haushalt und das damit verbundene Auftreten vieler Zivilisationserkrankungen werden nach wie vor kontrovers diskutiert.

Fest steht jedoch, dass unsere westliche Ernährungsweise mit einer zu hohen Zufuhr von tierischem Eiweiß und einer ungenügenden Aufnahme von basenbildenden Mineralien wie Kalium, Magnesium oder Kalzium aus Obst und Gemüse einhergeht.

Bei Verschiebungen hin zum sauren bzw. noch stärker basischen Bereich spricht der Mediziner von einer Azidose bzw. Alkalose.

Häufig werden solche akuten Störungen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können, durch organische Grunderkrankungen ausgelöst.

Schwere Nierenfunktionsstörungen oder ein Herz-Kreislauf-Versagen, chronische Lungenerkrankungen oder ein entgleister Diabetes kommen hierfür in Betracht.

 

Im Gegensatz dazu führt eine chronische Übersäuerung im Rahmen einer ungesunden Lebensführung kaum zu einer Verschiebung des pH-Werts im Blut.

Eine chronische Übersäuerung kann daher nicht akut krank machen und wird auch nicht als primäre Erkrankung im eigentlichen Sinne angesehen.

Es wird allerdings diskutiert, dass die Entstehung einiger chronisch degenerativer Erkrankungen mit einer anhaltenden Übersäuerung in Verbindung steht.

 

Welche gesundheitlichen Folgen kann eine chronische Übersäuerung haben?

Bei einer Übersäuerung des Gewebes treten nicht sofort charakteristische Symptome auf.

Vielmehr ist es eine Reihe von unspezifischen Beschwerden, die nicht als einheitliches Krankheitsbild wahrgenommen werden.

Mögliche Anzeichen sind Muskelschmerzen und -krämpfe, allgemeines Unwohlsein, anhaltende Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen oder Sodbrennen. Auch brüchige Nägel, vermehrte Schuppenbildung, Haarausfall, Mundgeruch, unreine Haut und Cellulitis können durch Übersäuerung hervorgerufen werden.

Schließlich kann man davon ausgehen, dass die Entstehung vieler Erkrankungen begünstigt wird, wenngleich die wissenschaftlichen Beweise dafür noch weitgehend fehlen.

Diskutiert wird ein Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen, Osteoporose, rheumatische Arthritis, Migräne, Artheriosklose, Diabetes, Gallensteine, Gicht, Muskelverhärtungen, Fibromyalgie, Neurodermitis, Nierensteinen und chronischen Schmerzen.

Experten vermuten, dass eine chronische Überlastung der Puffersysteme, die den Säure-Basen-Haushalt im Körper regulieren, mit diesen Erkrankungen assoziiert sein könnte

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 1)

2. Januar 2018
  • Was versteht man unter Säure-Basen-Haushalt?

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein physiologischer Regelkreis, der den pH-Wert des Blutes in einem relativ konstanten Bereich hält

Alle wichtigen Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper sind abhängig von einem optimalen pH-Wert des Blutes, der zwischen 7,38 und 7,42 liegt.

 

Die wichtigsten Vorgänge zur Regulation des pH-Wertes der Körperflüssigkeiten sind:

Pufferung

Regulation durch die Atmung – Entfernung von Kohlendioxid (CO2)

Regulation durch die Nieren beziehungsweise den Stoffwechsel – Entfernung von Wasserstoffionen

In unserem Körper finden ständig Stoffwechselprozesse statt. Nahrungsbestandteile werden zerlegt und verwertet.

Bei den Stoffwechselprozessen werden Substanzen auf-, ab- und umgebaut.

Viele Stoffwechselprodukte sind sauer. Damit nicht jedes Mal, wenn saure Stoffwechselprodukte in das Blut gelangen, der pH-Wert in den sauren Bereich absinkt, verfügt der Körper über sogenannte Puffersysteme, die aktiv werden, sobald saure Substanzen in das Blut gelangen.

Sie neutralisieren die Säuren und sorgen dafür, dass der Blut-pH-Wert konstant bleibt.

Ist die Kapazität der Puffersysteme erschöpft, werden die Säuren im Bindegewebe sowie in den Muskeln und Gelenken abgelagert.

  • Wie entstehen eigentlich Säuren und Basen in unserem Körper?

Unsere Nahrung enthält normalerweise allenfalls geringe Mengen an reinen Säuren oder Basen.

Sie entstehen jedoch beim Stoffwechsel im Körper aus verschiedenen Nährstoffen.

Eine Hauptquelle für (nichtflüchtige) Säuren im Körper sind Proteine, bei deren Stoffwechsel Schwefelsäure entsteht. Aus Phosphaten entsteht Phosphorsäure.

Außerdem werden bei der unvollständigen Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten organische Säuren gebildet (Ketosäuren, Milchsäure usw.). Beim Stoffwechsel von Nukleinsäuren entsteht die Harnsäure.

 

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