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Ernährung & Gesundheit

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 6)

18. Februar 2018

Was versteht man unter basischer Ernährung?

Die Eignung als dauerhafte Ernährungsform ist umstritten.

Basische Ernährung ist eine Ernährungsform, die seit etwa 1913 in der Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin häufig als gesundheitsfördernd und heilend empfohlen wird.

Dabei werden Nahrungsmittel bevorzugt, die angeblich weniger säureproduzierende Anteile und mehr basisch wirkende Anteile enthalten. Auch der Zusatz sogenannter „Basenpulver“ in Form von Nahrungsergänzungsmitteln bedient dieses Konzept.

Ernährungswissenschaftler und die wissenschaftliche Medizin haben keine Hinweise gefunden, dass diese Ernährungsweise therapeutisch wirksam ist.

 

PRAL-Werte:

PRAL-Werte mit einem negativen Vorzeichen sind der Definition gemäß basenüberschüssig, da sie keine Säurebelastung hervorrufen, Werte mit positiven Vorzeichen sind säureüberschüssig.

Gemüse

Blumenkohl: -4,0

Brokkoli: -1,2

Eisbergsalat: -1,6

Fenchel: -7,9

Gurken: 0,5

Karotten: -4,9

Kartoffeln: -4,0

Kohlrabi: -5,5

 

Fette, Öle

Butter: 0,6

Margarine: -0,5

Olivenöl: 0,0

Sonnenblumenöl: 0,0

 

Getränke

Bier, hell: 0,9

Cola: 0,4

Espresso: -2,3

Kaffee: -1,4

Mineralwasser: -1,8

Orangensaft, ungesüß: -2,9

Rotwein: -2,4

Obst

Ananas: -2,7

Äpfel: -2,2

Aprikosen: -4,8

Bananen: -5,5

Birnen: -2,9

Erdbeeren: -2,2

Feigen, getrocknet: -18,1

Kiwi: -4,1

Orangen: -2,7

 

Brot

Grahambrot: 7,2

Roggenbrot: 4,1

Roggenknäckebrot: 3,3

Vollkornbrot: 5,3

Weißbrot: 3,7

 

Milch, Milchprodukte, Eier

Buttermilch: 0,5

Camembert: 14,6

Eigelb: 23,4

Eiweiß: 1,1

Fruchtjoghurt aus Vollmilch: 1,2

 

Fleisch, Wurstwaren

Frankfurter Würstchen: 7,7

Hühnerfleisch: 8,7

Kalbfleisch: 9,0

Kaninchenfleisch: 19,0

Lammfleisch (mager): 7,6

Leber (Kalb): 14,2

Rindfleisch (mager): 7,8

Fisch, Meeresfrüchte

Forelle, gedämpft: 10,8

Hering: 7,0

Lachs: 9,4

 

Milch, Milchprodukte, Eier

Buttermilch: 0,5

Camembert: 14,6

Eigelb: 23,4

Eiweiß: 1,1

Fruchtjoghurt aus Vollmilch: 1,2

 

Getreide, Mehl

Cornflakes: 6,0

Dinkel (Grünkern, Vollkorn): 8,8

Gerste (ganzes Korn): 5,0

Haferflocken: 10,7

Mais (ganzes Korn): 3,8

Reis, geschält: 4,6

Reis, ungeschält: 12,5

Roggenmehl: 4,4

 

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 5)

28. Januar 2018

Welche Lebensmittel sind günstig bzw. ungünstig bezüglich Säure-Base-Haushalt?

Werte mit einem negativen Vorzeichen beim PRAL-Wert sind der Definition gemäß basenüberschüssig, da sie keine Säurebelastung hervorrufen, Werte mit positiven Vorzeichen sind säureüberschüssig.

Ausscheidungspflichtige Säuren entstehen beim Abbau schwefel- oder phosphorhaltiger Verbindungen. Schwefel findet sich besonders in schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystein, Methionin), wie sie in tierischen Proteinen wie Fleisch, Fisch und Milchprodukten vorkommen. Phosphat ist z.B. in Erfrischungsgetränken („Softdrinks“) enthalten.

Physiologisch wird für einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt eine tägliche Zufuhr von etwa 70% Basenbildnern und 30% Säurebildnern empfohlen. Bei der heutigen Ernährung entsteht jedoch oft ein Überschuss an Säuren.

Potente Säurebildner sind alle eiweißhaltigen Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Fleisch, Fleischwaren, Fisch, Eier, Käse und Molkereiprodukte.

Auch eiweißreiche Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs (z.B. Hülsenfrüchte und Sojaprodukte) sowie Brot- und Teigwaren, alle Getreidesorten und energiedichte, nährstoffarme Produkte mit hohem Anteil an raffiniertem Zucker sind starke Säurebildner. Kaffee, Schwarztee und Alkohol sind ungünstig, ebenso Emulgatoren, Stabilisatoren und Konservierungsmittel.

Zu den basenspendenden Nahrungsmitteln gehören Blatt- und Wurzelgemüse, Kartoffeln, Obst, Wildkräuter, Gewürzkräuter, Kräutertees und Wasser ohne Kohlensäure.

Wie schützt sich der Körper vor einer pH-Wert Änderung?

Damit Säuren im Körper nicht überhand nehmen, steht ein ausgeklügeltes Puffersystem zur Verfügung.

Mit verschiedenen chemischen Substanzen, u.a. durch das Kohlensäure-Bikarbonat-Puffersystem, wird eine zu große Verschiebung in den pH-Werten der extrazellulären Flüssigkeit verhindert. Daran sind das Atmungssystem und die Nieren beteiligt.

Was versteht man unter einem Puffer?

Pufferlösungen sind in der Lage, bei Zusatz kleiner Mengen von Säuren oder Basen ihren pH-Wert fast konstant zu halten.

Ein Puffer besteht aus einer schwachen Säure und der dazugehörigen Base. Er kann sowohl H+ als auch OHIonen binden bzw. abgeben, um das Verhältnis dieser Ionen relativ konstant zu halten.

Ein Puffer kann aus einer schwachen Säure und einem Salz oder schwachen Säure hergestellt werden.

Welche Puffersysteme hat unser Körper?

Der Bikarbonat Puffer: Der Bikarbonatpuffer ist das wichtigste Puffersystem des Blutes.

Der Bikarbonatpuffer stellt ein offenes Puffersystem dar, d.h. Basen können in Form von HCO3 direkt mit dem Urin ausgeschieden oder saure Protonen an Bikarbonat gebunden und dann in Form von CO2über die Lunge aus dem Körper abgeatmet werden.

Der Proteinatpuffer hat den zweitgrößten Anteil an Gesamtpufferkapazität des Bluts. Die folgenden Proteingruppen sind als Puffer wirksam:

Imidazolgruppe des Histidins

Sulfhydrylgruppe des Cysteins

Terminale Aminogruppen

Der Phosphatpuffer hat den geringsten Anteil im Puffersystem des Blutes.

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 4)

25. Januar 2018

Welche Maßnahmen ermöglichen die Ausschwemmung überschüssiger Säuren?

An erster Stelle steht die Ernährungsumstellung.

Nehmen Sie weniger säurebildende Nahrungsmittel und dafür mehr neutrale und basenbildende Lebensmittel zu sich.

Allerdings sollten Sie nicht ganz auf säurebildende Nahrung verzichten, da diese auch lebenswichtige Bestandteile, wie z.B. Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiße, enthält. Wichtig ist ein Gleichgewicht. Dazu ein Beispiel: 200 g Rindfleisch liefern eine Säuremenge, für deren Ausgleich 400 g Karfiol oder 1,6 kg frische Erbsen notwendig sind.

Da es oft schwerfällt, eine ausgewogene Kost gemäß Säure-Basen-Haushalt kontinuierlich beizubehalten, ist es mitunter sinnvoll, Basenpräparate zu verwenden, vorzugsweise hochwertige Produkte aus der Apotheke.

Achten Sie beim Kauf auf eine hohe Säurebindungskapazität und eine ausgewogene Basenmischung.

Einen zusätzlichen positiven Nutzen liefern Präparate, die ein ideales Kalzium-Magnesium-Verhältnis aufweisen (3:1).

Aromen oder Farb- und Konservierungsstoffe sollten nicht enthalten sein. Achten Sie auf den Gehalt von Zucker, Laktose und Gluten; es gibt auch Produkte, die frei von diesen Stoffen sind.

Wie kann man einer Übersäuerung entgegenwirken?

Nahrungsumstellung: Nehmen Sie täglich so viel basische Lebensmittel zu sich, dass Sie den Säureanteil ausgleichen. Viel Bewegung: Bei Bewegung und Sport atmen wir tiefer und fördern so die Abatmung von Kohlendioxid.

Viel schwitzen, z.B. beim Sport, aber auch bei einem Saunagang, fördert die Säureausscheidung über die Haut.

Stress und Ärger vermeiden: Hohe Konzentrationen von Stresshormonen begünstigen die Übersäuerung.

Viel trinken: Flüssigkeit erleichtert die Säureausscheidung über die Nieren. Nur Wasser ohne Kohlensäure, Kräutertees oder stark verdünnte Fruchtsäfte sind zu empfehlen.

Was ist der PRAL-Wert?

Bei der Verstoffwechselung bestimmter Nahrungsmittel können saure oder basische Abbauprodukte entstehen, die das Basengleichgewicht stören.

Zur Erleichterung der Orientierung wurden für Nahrungsmittel sogenannte PRAL-Werte vergeben, die deren Effekt auf den Säure-Basen-Haushalt definieren.

Der PRAL-Wert steht für die „Potential renal acid load“, also potentielle Säurebelastung der Niere und wird in Milliäquivalent pro 100 g Lebensmittel (mEq/100 g) angegeben.

Danach werden Lebensmittel nach ihrer potenziellen Säurebelastung der Niere eingeteilt. Der Wert gibt also Aufschluss darüber, wie hoch die Säureausscheidung über die Niere beim Verzehr von 100 g eines Lebensmittels ist.

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 3)

20. Januar 2018

Welche Faktoren beeinflussen den Säure-Basen-Haushalt?

Hauptursache für eine chronische Übersäuerung ist ein hoher Verzehr von säurebildenden Nahrungsmitteln und Getränken sowie eine verminderte Säureausscheidungskapazität.

Im Rahmen einer durchschnittlichen Ernährung wird der Organismus täglich mit einem Säureüberschuss von 50–100 mmol belastet.

Diäten und Fastenkuren können die Übersäuerung zusätzlich fördern, da unter Fastenbedingungen vermehrt auf Energiegewinnung aus Fettsäuren umgeschaltet wird, die mit einer vermehrten Bildung und Ausscheidung von Säureäquivalenten einhergeht.

Die Ernährung ist jedoch nicht der einzige chronische Stressor in der Regulation des Säure-Basen-Haushalts.

Auch mangelnde körperliche Aktivität, eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr, Stress, Rauchen, und manche Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure) fördern die Übersäuerung.

Schließlich können auch chronische Erkrankungen der Lunge, Niere und der Verdauungsorgane die natürliche Ausscheidung überschüssiger Säuren behindern.

 Wie kann eine chronische Übersäuerung diagnostiziert werden?

Weil eine chronische Übersäuerung sich meist langsam und unbemerkt entwickelt und zunächst nur untypische Beschwerden hervorruft, lässt sie sich nur durch Messen des pH-Werts erkennen.

Bei schweren Entgleisungen im Rahmen von organischen Erkrankungen wird der pH-Wert des arteriellen Blutes gemessen.

Hierfür muss der Arzt die Arterie am Handgelenk oder in der Leiste mit einer feinen Nadel punktieren.

Im Labor wird eine Blutgasanalyse, im Fachjargon kurz „Astrup“ genannt, durchgeführt.

 Ist es sinnvoll den pH-Wert im Urin zu messen?

Oft wird der pH-Wert im Urin gemessen. Ein pH-Messstreifen gibt dabei rasch Auskunft darüber, ob der Urin basisch oder sauer ist. Ein Rückschluss auf den Säurewert des Blutes und darauf, ob ein Patient „übersäuert“ ist, ist damit jedoch nicht möglich.

Jede Messung ist nur eine Momentaufnahme. Es wird dabei lediglich ermittelt, wie viel saure Substanzen beim letzten Wasserlassen aus dem Körper gespült wurden.

Zudem ist der pH-Wert im Urin Tagesschwankungen unterworfen (pH 5,0 bis 8,0). Am Morgen, nach mehreren Stunden ohne Nahrungsaufnahme, liegt der pH-Wert meist bei rund 5,0 bis 6,0, also im leicht sauren Bereich.

 Auch die Ernährung beeinflusst den pH-Wert im Urin. Es lässt sich auch beweisen, dass vegetarische Ernährung tendenziell zu basischen, Fleischverzehr zu sauren pH-Werten führt.

Die wahrscheinlich wichtigste Frage für den Patienten kann der Test jedoch nicht beantworten: Verfügt der Körper (noch) über ausreichend Pufferkapazitäten, um einem Säureüberschuss vorzubeugen?

 

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 2)

13. Januar 2018

Was versteht man unter Alkalose und Azidose?

Störungen im Säure-Basen-Haushalt des Körpers führen zu Azidose (Übersäuerung) oder Alkalose (Untersäuerung) und können sich lebensbedrohlich auswirken.

Eine Alkalose liegt bei einem Blut-pH-Wert > 7,45 vor.

Eine Azidose liegt bei einem Blut-pH-Wert < 7,35 vor.

 

Was versteht man unter pH-Wert?

Der pH-Wert ist ein Maß für die Stärke der sauren bzw. basischen Wirkung einer wässrigen Lösung.

Der pH Wert ist ein Maß für die effektive H+ Ionenkonzentration.

Die pH-Skala reicht von 0-14 also von stark sauer bis stark basisch.

 

Der pH Wert des Blutes beträgt im Mittel ca. 7,4. Für den Organismus ist die Konstanthaltung des pH-Wertes besonders wichtig.

Bei größeren Abweichungen von der Norm kommt es zu Störungen des Stoffwechsels, der Durchlässigkeit von Membranen, der Elektrolytverteilungen u.v.a.

Blut-pH-Werte unter 7,0 und über 7,8 sind mit dem Leben nicht mehr vereinbar.

 

Führt eine chronische Übersäuerung zu Zivilisationskrankheiten?

Die Bedeutung der Ernährung für den menschlichen Säure-Basen-Haushalt und das damit verbundene Auftreten vieler Zivilisationserkrankungen werden nach wie vor kontrovers diskutiert.

Fest steht jedoch, dass unsere westliche Ernährungsweise mit einer zu hohen Zufuhr von tierischem Eiweiß und einer ungenügenden Aufnahme von basenbildenden Mineralien wie Kalium, Magnesium oder Kalzium aus Obst und Gemüse einhergeht.

Bei Verschiebungen hin zum sauren bzw. noch stärker basischen Bereich spricht der Mediziner von einer Azidose bzw. Alkalose.

Häufig werden solche akuten Störungen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können, durch organische Grunderkrankungen ausgelöst.

Schwere Nierenfunktionsstörungen oder ein Herz-Kreislauf-Versagen, chronische Lungenerkrankungen oder ein entgleister Diabetes kommen hierfür in Betracht.

 

Im Gegensatz dazu führt eine chronische Übersäuerung im Rahmen einer ungesunden Lebensführung kaum zu einer Verschiebung des pH-Werts im Blut.

Eine chronische Übersäuerung kann daher nicht akut krank machen und wird auch nicht als primäre Erkrankung im eigentlichen Sinne angesehen.

Es wird allerdings diskutiert, dass die Entstehung einiger chronisch degenerativer Erkrankungen mit einer anhaltenden Übersäuerung in Verbindung steht.

 

Welche gesundheitlichen Folgen kann eine chronische Übersäuerung haben?

Bei einer Übersäuerung des Gewebes treten nicht sofort charakteristische Symptome auf.

Vielmehr ist es eine Reihe von unspezifischen Beschwerden, die nicht als einheitliches Krankheitsbild wahrgenommen werden.

Mögliche Anzeichen sind Muskelschmerzen und -krämpfe, allgemeines Unwohlsein, anhaltende Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen oder Sodbrennen. Auch brüchige Nägel, vermehrte Schuppenbildung, Haarausfall, Mundgeruch, unreine Haut und Cellulitis können durch Übersäuerung hervorgerufen werden.

Schließlich kann man davon ausgehen, dass die Entstehung vieler Erkrankungen begünstigt wird, wenngleich die wissenschaftlichen Beweise dafür noch weitgehend fehlen.

Diskutiert wird ein Zusammenhang mit allergischen Erkrankungen, Osteoporose, rheumatische Arthritis, Migräne, Artheriosklose, Diabetes, Gallensteine, Gicht, Muskelverhärtungen, Fibromyalgie, Neurodermitis, Nierensteinen und chronischen Schmerzen.

Experten vermuten, dass eine chronische Überlastung der Puffersysteme, die den Säure-Basen-Haushalt im Körper regulieren, mit diesen Erkrankungen assoziiert sein könnte

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Der Säuren-Basen-Haushalt unseres Körpers! (Teil 1)

2. Januar 2018
  • Was versteht man unter Säure-Basen-Haushalt?

Der Säure-Basen-Haushalt ist ein physiologischer Regelkreis, der den pH-Wert des Blutes in einem relativ konstanten Bereich hält

Alle wichtigen Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper sind abhängig von einem optimalen pH-Wert des Blutes, der zwischen 7,38 und 7,42 liegt.

 

Die wichtigsten Vorgänge zur Regulation des pH-Wertes der Körperflüssigkeiten sind:

Pufferung

Regulation durch die Atmung – Entfernung von Kohlendioxid (CO2)

Regulation durch die Nieren beziehungsweise den Stoffwechsel – Entfernung von Wasserstoffionen

In unserem Körper finden ständig Stoffwechselprozesse statt. Nahrungsbestandteile werden zerlegt und verwertet.

Bei den Stoffwechselprozessen werden Substanzen auf-, ab- und umgebaut.

Viele Stoffwechselprodukte sind sauer. Damit nicht jedes Mal, wenn saure Stoffwechselprodukte in das Blut gelangen, der pH-Wert in den sauren Bereich absinkt, verfügt der Körper über sogenannte Puffersysteme, die aktiv werden, sobald saure Substanzen in das Blut gelangen.

Sie neutralisieren die Säuren und sorgen dafür, dass der Blut-pH-Wert konstant bleibt.

Ist die Kapazität der Puffersysteme erschöpft, werden die Säuren im Bindegewebe sowie in den Muskeln und Gelenken abgelagert.

  • Wie entstehen eigentlich Säuren und Basen in unserem Körper?

Unsere Nahrung enthält normalerweise allenfalls geringe Mengen an reinen Säuren oder Basen.

Sie entstehen jedoch beim Stoffwechsel im Körper aus verschiedenen Nährstoffen.

Eine Hauptquelle für (nichtflüchtige) Säuren im Körper sind Proteine, bei deren Stoffwechsel Schwefelsäure entsteht. Aus Phosphaten entsteht Phosphorsäure.

Außerdem werden bei der unvollständigen Verbrennung von Kohlenhydraten und Fetten organische Säuren gebildet (Ketosäuren, Milchsäure usw.). Beim Stoffwechsel von Nukleinsäuren entsteht die Harnsäure.

 

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Spirulina und Chorella- als Vitamin- und Mineralienlieferant!

15. Oktober 2017

Spirulina gehört zur als Blaualgen bekannten Gattung der Cyanobakterien. Es handelt sich also nicht um Algen sondern um Bakterien. Ihre blau-grüne Farbe verdankt Spirulina einer Mischung von Farbstoffen aus den Farbpigmenten Chlorophyll (grün), β-Carotin (orange) und Phycocyanin (blau). Diese Pigment dienen zur Photosynthese.

Bei Chorella handelt es sich um eine Algenart.

Vitamine in Spirulina:

Spirulina ist eine gute Quelle für β-Carotin, 100 g getrocknetes Pulver enthalten 70-170 mg/100 g. Dieses β-Carotin wird nach der Aufnahme in Vitamin A umgewandelt. Täglich benötigen wir 1 mg Vitamin A, diese Menge sollte durch 1-2 g Spirulina Pulver gedeckt sein. Bezüglich Mineralien ist Spirulina besonders reich an Eisen, Calcium und Phosphor. Gute Eisenquellen enthalten zwischen 150-250 mg/kg Produkt an Eisen. Spirulina kann zwischen 580-1800 mg/kg enthalten.

Spirulina enthält eine ausgesprochen hohe Konzentration an Vitamin B12, vermutlich jedoch in einer für den Menschen inaktiven Form. Getrocknetes Spirulina Pulver enthält ca.160 μg Vitamin B12. Siehe auch klinische Studien, weiter unten.

Der Gehalt an Calcium und Phosphor ist vergleichbar mit der Konzentration in der Milch. Auch das Verhältnis zwischen Calcium und Phosphor ist in einem geeigneten Verhältnis um eine Decalcifizierung der Knochen zu vermeiden.

Der Proteinanteil von Spirulina liegt zwischen 60 und 70% der Trockenmasse. Das ist ein sehr hoher Wert, da selbst pflanzenbasierte Nahrungsmittel mit hohem Proteinanteil auf nur bis zu 35% kommen.

Klinische Studien:

In einer groß angelegten klinischen Studie konnte gezeigt werden, dass bei 5000 Kindern durch die Einnahme von 1g Spirulina Pulver nach 4 Monaten ein Vitamin A Mangel deutlich reduziert werden konnte.

In einer Studie mit Kindern die Anämie hatten, konnte zwar durch Spirulina die Vitamin B12 Konzentration im Blut erhöht werden, das Krankheitsbild bleibt unverändert. Was darauf hinweist, dass das Vitamin B12 in einer für den Menschen nicht wirksamen Form vorliegt. In einigen weiteren Publikationen wird auf diesen Umstand ebenfalls, sehr klar hingewiesen.( Exp Biol Med (Maywood). 2007 Nov;232(10):1266-74.)

Die Chorella scheint ein vielversprechender Kandidat gegeben zu sein, um als pflanzliche Vitamin B12 Quelle zu dienen. Jedoch wird auch dieses Vitamin B12 nicht von der Alge selber synthetisiert sondern von Bakterien die mit der Alge leben. Somit sind die Konzentrationen an Vitamin B12 sehr unterschiedlich.

Weiterführende Literatur: 

Spirulina 1

Spirulina 2

 

 

 

 

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Zink und Magnesium, zwei vielseitige Mineralstoffe in unserem Körper

8. Oktober 2017

Zink ist ein multivalentes Spurenelement mit zahlreichen Funktionen, wie z.B. Unterstützung des Immunsystems und der Wundheilung, zudem ist es als Cofaktor bei zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Cofaktor bedeutet, dass ein Enzym das für eine biochemische Reaktion (z.B. Stoffwechsel) notwendig ist, nur in Gegenwart von Zink funktioniert. Es gibt in unserem Körper ungefähr 300 unterschiedliche Enzyme die Zink benötigen. Alleine an dieser Zahl wird deutlich wie wichtig Zink ist. Beispiele für solche Enzyme sind Alkohol-Dehydrogenase, Lactat-Dehydrogenase, Carboxypeptidase usw. Zusätzlich beeinflusst Zink auch die Proteinstruktur und die Beweglichkeit der Zellmembran. Auch die Bildung von bestimmten Proteinen wird durch Zink beeinflusst, man bezeichnet diese Proteine als Zinkfingerproteine. Diese Proteine können wiederum die Menge an anderen Proteinen regulieren. T-Lymphozyten die eine besondere Rolle im Immunsystem spielen, werden durch ein Peptid (kurzes Protein) das Zink enthält aktiviert. Dadurch wird die Immunabwehr verbessert.

Ein weiterer Wirkungsbereich des Zinkes ist der Hormonhaushalt. Besonders im Hoden und Pankreas befindet sich eine hohe Zinkkonzentration. Da die Bildung von Testosteron und die Wirkungsweise von Insulin mit Hilfe des Zink stattfinden.

Außerdem unterstützt es enzymatische Schutzsysteme gegen freie Radikale. Freie Radikale entstehen gerade bei besonders intensiver sportlicher Belastung. Ein ganz wichtiges Enzym dabei ist die Cu-Zn-Superoxid-Dismutase.

Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen an Zink liegt bei etwa 10-15 mg. Die Aufnahme erfolgt im Dünndarm durch ein spezifisches Protein namens Zip4. Zink aus pflanzlicher Nahrung wird schwerer aufgenommen als aus fleischhaltiger Kost. Zink-haltige Lebensmittel sind Rindfleisch, Innereien, Milcherzeugnisse (besonders Käse), Eier, Hülsenfrüchte. Einen sehr hohen Gehalt an Zink findet man in Austern.

 

 

Durch die vielfältige Wirkung von Zink sind auch Störungen bei Zinkmangel weitreichend. Wundheilungsstörungen, Fertilitäts- und Wachstumsstörungen, Abwehrschwäche und Veränderungen an der Haut und Nägel sind oft Hinweise auf Zinkmangel.

Magnesium hat eine bedeutende Rolle bei biochemischen Reaktionen in unserem Körper. Es dient als Cofaktor bei Enzymen der Glykolyse wie z.B. Hexokinase oder Phosphofructokinase bzw. auch bei Enzymen im Muskel wie z.B. Myokinase. Magnesium ist auch an der Synthese unseres Erbmaterials und bei neuromuskulären Reizübertragungen und bei der Muskelkontraktionen nötig. Auch die Struktur der Ribosomen wird durch Magnesium beeinflusst und damit auch die Proteinsynthese. Magnesium ist auch Bestandteil des Chlorophylls.

Die Empfehlenswerte Zufuhrmenge liegt bei Männern bei 350 mg und bei Frauen bei 300 mg pro Tag.

Magnesiummangel entsteht durch zu geringe Aufnahme mit der Nahrung, durch verminderte Absorption im Darm oder durch zu intensive Ausscheidung über Nieren und Haut. Mögliche Ursachen können sein: einseitige Kostformen (Diäten), geringe Nahrungszufuhr, hohe Belastung (Stress, Sport, Schwangerschaft usw.).

Manchmal können auch sportliche Anstrengungen zur Verringerung der Magnesiumkonzentration in unserem Körper führen. Dadurch wird die körperliche Leistungsfähigkeit und insbesondere die Effizienz des Energiestoffwechsels reduziert. Magnesiummangel kann zu Muskelzucken, Herzrhytmusstörungen oder Krämpfen führen.

Magnesium kommt in Weizenkleie, Reis, Weizen, Haferflocken, Sojabohnen, Nüssen, Käse oder Obst vor.

 

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Was ist eigentlich eine Lactoseintoleranz?

7. Oktober 2017

Wer laktoseintolerant ist, leidet in den meisten Fällen fast unmittelbar nach dem Genuss von Milchprodukten unter starken Verdauungsbeschwerden: Magen- und Bauchkrämpfe, extreme Blähungen und Durchfallattacken gehören zur typischen Symptomatik. Das Problem bei Laktoseintoleranz ist der Milchzucker – die Laktose. Sie ist in fast jedem Milchprodukt in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Milchzucker ist ein Zweifachzucker der aus Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) besteht.

Betroffen sind etwa ¾ der Weltbevölkerung nach dem 4-6 Lebensjahr. Ursprünglich konnten Menschen Milchzucker nur während der Stillzeit gut verdauen. Erst mit Aufkommen der Viehzucht in der Jungsteinzeit begannen auch Erwachsene Milch zu konsumieren. In Gesellschaften, in denen traditionell Milchwirtschaft betrieben wurde, wie etwa in Nordeuropa, hat sich eine genetische Veränderung in der Bevölkerung durchgesetzt. Aufgrund dieser Mutation findet sich auch im Dünndarm von Erwachsenen ausreichend Laktase. Bei allen anderen Menschen nimmt die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen, nach dem Abstillen rasch ab und geht im weiteren Verlauf des Lebens auf bis zu zehn Prozent des Ausgangswerts zurück.

In welchem Ausmaß und in welcher Geschwindigkeit die Laktaseaktivität mit fortschreitendem Alter abnimmt, variiert regional beträchtlich: In Südostasien und China können beispielsweise über 90 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Milchzucker nicht vollständig verdauen. In Europa existiert diesbezüglich ein starkes Nord-Süd-Gefälle: Während in Schweden nur rund zwei Prozent der Erwachsenen eine Milchzuckerunverträglichkeit aufweisen, können in Sizilien etwa 70 Prozent der Erwachsenen Laktose nur unzureichend verdauen. In Österreich gelten etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung als laktoseintolerant.

Bei gesunden Menschen bilden die Zellen der Dünndarmschleimhaut ein spezielles Enzym – die Laktase. Die Laktase spaltet den Milchzucker in seine Einzelteile auf (Glukose und Galaktose), die dann in den Körper aufgenommen werden können. Zu Verdauungsproblemen kommt es hier nicht. 

Wie kommt es zu den typischen Symptomen?    Menschen mit Laktoseintoleranz können den Milchzucker nicht verdauen. Ihre Dünndarmschleimhautzellen produzieren nur wenig oder gar keine Laktase. Bei Laktoseintoleranz gelangt der Milchzucker daher unverdaut vom Dünndarm in den Dickdarm – sehr zur Freude der dort ansässigen Darmbakterien, die sich sogleich auf die Laktose stürzen. Es kommt zu Gärprozessen, in deren Folge Gase entstehen (Methan, Wasserstoff und Kohlendioxid). Diese Gase blähen den Bauch auf und führen zu starken Krämpfen.

Laktose hat zudem die Eigenschaft, Wasser zu binden. Daher strömt immer mehr Wasser aus dem Gewebe in den Dickdarm hinein. Der Darm füllt sich rasch und der Stuhl wird immer flüssiger. Zusätzlich entstehen bei der bakteriellen Zersetzung der Laktose auch organische Säuren wie Milch- und Essigsäure, die eine starke Beschleunigung der Darmperistaltik (Darmbewegungen) bewirken. Alle drei Faktoren – Blähungen, viel flüssiger Stuhl, beschleunigte Darmperistaltik – erhöhen den Druck im Darm zusehends. Es kommt zu Krämpfen und Durchfallattacken.

Formen der Laktoseintoleranz  

Primäre Laktoseintoleranz: Ist am häufigsten. Darunter versteht man die natürliche Form der Laktoseunverträglichkeit. Betroffene können nach Verzehr  von              laktosehaltigen Produkten unterschiedlich stark ausgeprägte Beschwerden des Verdauungstrakts bekommen. Blähungen, Darmwinde, Krämpfe und Übelkeit sind die häufigsten Symptome. ¾ der Weltbevölkerung im Erwachsenenalter ist davon betroffen.

Sekundäre Laktoseintoleranz: Wenn die laktase-produzierenden Zellen der Dünndarmschleimhaut geschädigt sind, spricht man von der sekundären Laktoseintoleranz. Sie wird hervorgerufen durch z.B. Zöliakie, Darmoperationen, Chemo- oder Strahlentherapie, Morbus Crohn oder Darminfektionen. In diesem Fall ist die Produktion der Laktase für den Zeitraum der Erkrankung/Behandlung eingeschränkt. Nach der Regeneration der Darmschleimhautzellen, wird meist wieder ausreichend Laktase gebildet.

Laktasemangel: Diese sehr selten auftretende Form ist die schwerste Ausprägung der Milchzuckerunverträglichkeit. Aufgrund eines genetischen Defekts wird bereits nach der Geburt nur noch eine sehr geringe Menge oder aber auch gar keine Laktase mehr gebildet. Die Babys leiden unter wässrigen Durchfällen wodurch es zu einem Mangel an Nährstoffen und Flüssigkeit kommt, welcher zu Entwicklungsstörungen führt. Bevor laktosefreie Säuglingsnahrung auf den Markt kam, starben diese Babys sehr früh.

 

 

 

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